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Nachtschweiß: Hyperhidrosis nocturna

Nachtschweiß © V&P Photo Studio

Nachts schweißgebadet aufzuwachen, ist wohl den meisten Menschen schon einmal passiert. In der Regel wechselt man den nassen Pyjama gegen einen trockenen, schiebt die Ursache auf einen Albtraum und schläft kurze Zeit später wieder ein. Doch nicht immer ist die Diagnose so einfach, wie wir sie gerne hätten. Nächtliches Schwitzen kann weitaus schwerere Ursachen haben, die zum Teil eine sofortige Behandlung erfordern.

Zwei Arten von Nachtschweiß

Nachtschweiß, der aufgrund harmloser Ursachen auftritt, wird „physiologischer Nachtschweiß“ genannt und kann durch bestimmte Situationen ausgelöst werden, beispielsweise durch:

  • warme Nachttemperaturen im Sommer
  • eine zu warme Bettdecke
  • Stress auf der Arbeit oder im Alltag
  • ein zu scharfes Abendessen

Vorsicht ist erst geboten, wenn diese Schlafstörungen zur Regelmäßigkeit werden und Ihnen immer häufiger den Schlaf rauben. Treten dazu noch Schmerzen oder andere Symptome auf, kann man in der Regel davon ausgehen, dass der Nachtschweiß nur die Begleiterscheinung einer schwerwiegenderen Krankheit ist. In diesem Fall spricht man  von der „nächtlichen Hyperhidrose“, welche den unmittelbaren Gang zum Arzt erfordert.

Medizinische Ursachen für Nachtschweiß

Neben den oben bereits genannten „harmlosen“ Ursachen können auch medizinische Ursachen der Auslöser für das nächtliche Schwitzen sein. Die folgende Liste kategorisiert die häufigsten Auslöser:

  • chronische Infektionskrankheiten, zum Beispiel Aids, Tuberkulose, Borreliose
  • akute Infektionskrankheiten, die von Fieber begleitet werden (Grippe, Malaria, Pfeiffersches Drüsenfieber)
  • Krebserkrankungen
  • allergische oder autoimmune Erkrankungen, wie rheumatoide Arthritis oder Schilddrüsenüberfunktion vom Hashimoto-Typ
  • Hormonstörungen in den Wechseljahren
  • Nebenwirkungen von Medikamenten wie zum Beispiel Antidepressiva

Tritt der Nachtschweiß in Kombination mit Fieber und einem Gewichtsverlust von mehr als zehn Kilogramm innerhalb von sechs Monaten auf, so spricht man von der B-symptomatik (Begleitsymptomatik). Diese Verbindung gilt als äußert ungünstig, denn sie tritt in der Regel bei schweren Infektionskrankheiten wie HIV und Tuberkulose oder auch bei Lymphtumoren auf. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, dass bei der Anamnese keine Ursache für den Nachtschweiß ermittelt werden kann. In diesem Fall spricht man von idiopathischem Nachtschweiß.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Wenn Sie kontinuierlich über einen längeren Zeitraum nachts stark schwitzen, sollten Sie spätestens nach vier Wochen Ihren Hausarzt aufsuchen. Sollten darüber hinaus noch andere Beschwerden hinzukommen und Sie sich tagsüber müde und schlapp fühlen, dann warten Sie keine vier Wochen ab, sondern kontaktieren Sie umgehend Ihren Hausarzt. Zur Vorbereitung der Diagnose wird Ihnen der Arzt einige Fragen stellen. Da ein Verdacht sehr subjektiv ist und die Fragen ohne Probleme spontan beantwortet werden können, lohnt sich eine Vorbereitung nicht wirklich. Falls Sie den Arzt dennoch bei der Anamnese unterstützen wollen, können Sie sich über folgende Themen Gedanken machen.

–      Wie oft müssen Sie nachts Ihren Pyjama/Ihr Nachthemd oder auch Ihre Bettwäsche wechseln?

–      Seit wann beobachten Sie den vermehrten Nachtschweiß? (mehrere Wochen/Monate?)

–      Wie hoch ist die Intensität des nächtlichen Schwitzens? Tritt es kontinuierlich auf oder nur zu bestimmten Zeitpunkten?

Therapiemöglichkeiten bei Nachtschweiß

Einen allgemeinen Ansatz für die Therapie von Nachtschweiß gibt es nicht. Die Behandlung findet immer ursachengerichtet statt. Lediglich beim idiopathischen Nachtschweiß, dessen Ursache unbekannt ist, kommt ein ganzheitlicher Ansatz zur Geltung, der eine Umstellung der Ernährung empfiehlt. Bei diesem hilft es zum einen, wenn Sie auf scharfe Gewürze wie Chili oder Cayennepfeffer in Ihren Speisen verzichten. Zum anderen sollten Sie den Konsum von Nikotin und Alkohol auf ein Minimum reduzieren. Als weiteren Ansatzpunkt gilt es, die eigenen Lebensgewohnheiten zu überdenken. Versuchen Sie daher, berufliche und private Stress-Quellen zu identifizieren und diese bestmöglich zu beseitigen. Die hier beschriebenen Therapiemöglichkeiten für den idiopathischen Nachtschweiß unterstützen die Therapie des Arztes, auch wenn die Ursache bekannt ist.

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Zuletzt aktualisiert am: 17.04.2018 um 19:51 Uhr.

Praktische Tipps gegen Nachtschweiß

  • Lüften Sie Ihr Schlafzimmer ausreichend vor dem Zubettgehen und schalten Sie die Heizung aus.
  • Vermeiden Sie üppige Mahlzeiten am Abend und verzichten Sie auch auf scharfe Gewürze.
  • Alkohol und koffeinhaltige Getränke sollten Sie von Ihrem Speiseplan streichen.
  • Viel Bewegung tagsüber ist ebenfalls hilfreich – gerade regelmäßiger Sport hilft bei der Schweißregulation.
  • Passen Sie die Wahl Ihrer Bettdecke der Jahreszeit an und greifen Sie besonders im Sommer zu dünneren Decken oder schlafen Sie ohne Bettdecke.
  • Wählen Sie Bettbezüge und Nachtwäsche aus Baumwolle. Synthetische Stoffe verstärken häufig die nächtliche Hyperhidrose.
  • Lassen Sie den Alltag hinter sich, indem Sie vor dem Zubettgehen bewusst auf Entspannung setzen. Yoga oder Autogenes Training sind sehr gut geeignet, um zur Ruhe zu kommen.

Weiterführende Informationen zum Thema Nachtschweiß finden Sie unter: http://www.stark-gegen-schwitzen.de/nachtschweiss-stark-schwitzen-im-schlaf!



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