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AIDS und HIV: Was Sie wissen müssen

HIV und AIDS: Was Sie wissen müssen Foto: ©aamon - Fotolia.com




AIDS ist eine Abkürzung und steht für Acquired Immune Deficiency Syndrome oder auch Acquired immunodeficiency syndrome, was englisch für „erworbenes Immundefektsyndrom“ bedeutet. Darunter versteht man eine spezifische Kombination von Syndromen, die beim Menschen auftreten, nachdem er sich mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infiziert hat und dies die Zerstörung es Immunsystems indiziert hat. Bricht AIDS aus, kommt es zu lebensbedrohlichen opportunistischen Infektionen und Tumoren. Als HIV-Infizierter kann man jedoch mehre Jahre oder Jahrzehnte ohne Ausbruch von AIDS leben mit Langzeitmedikation. Diese antiretrovirale Medikamente werden bereits während der mehrjährigen, symptomfreien Latenzphase und können die Lebenserwartung von Infizierten enorm steigern, eine Heilung ist jedoch nicht möglich, da die HI-Viren nicht vollständig aus dem Körper entfernt werden können.

HIV und AIDS: Was Sie wissen müssen

Seit dem 01. Dezember 1981 gilt AIDS als eigenständige Krankheit. Es ist eine Pandemie, laut der UNAIDS lebten Ende 2007 weltweit etwa 33 Millionen HIV-positive Menschen, 2,7 Millionen HIV-Neuinfektionen kamen hinzu und etwa zwei Millionen Menschen starben an den Folgen von HIV/AIDS.

HIV kann mittels Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Vaginalsekret, Liquor cerebrospinalis und Muttermilch übertragen werden und bei frischen Wunden in den Schleimhäuten eintreten. Häufigste Infektionswege sind der Vaginal- oder Analverkehr ohne Verwendung von Kondomen sowie auch der aufnehmende Oralverkehr. Auch die Benutzung kontaminierter Spritzen bei intravenösem Drogenkonsum stellt einen häufigen Infektionsweg dar. Als besondere Risikogruppe gelten homosexuelle Männer, da Analverkehr mit häufig wachsenden Partnern das Ansteckungsrisiko potenziert. Das Ansteckungsrisiko beim Geschlechtsakt hängt von der Viruslast in der Samenflüssigkeit und im Blut ab, diese ist besonders hoch kurz nach der Infektion und in den späteren Stadien der Krankheit.

Zuletzt aktualisiert am: 17.04.2018 um 20:57 Uhr.

Infizierung

  • Bluttransfusionen

Eine weitere Möglichkeit der Ansteckung mit dem HIV-Virus stellen Bluttransfusionen da. Doch mindert die seit 1985 eingeführte Routineüberwachung dieses Risiko jedoch stark. Erhält man jedoch eine verseuchte Bluttransfusion, liegt das Ansteckungsrisiko bei 95 Prozent. Das Ansteckungsrisiko eines Kindes Durch seine Mutter über die Nabelschnur oder bei der Geburt wird auf 10 bis 30 Prozent geschätzt. Durch die Verabreichung antiretroviraler Medikamente und einer Geburt mittels Kaiserschnitt kann dieses Risiko auf ca. zwei Prozent minimiert werden. Auch Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern haben ein gewisses Risiko der Ansteckung bei Nadelstichverletzungen im OP oder nach Punktionen an infizierten Patienten.

  • Keine Übertragung mittels Schweiß

Eine HIV-Ansteckung über Schweiß, Tränen oder Speichel ist nach heutigem Erkenntnisstand sehr unwahrscheinlich, reicht die HIV-Konzentration in diesen Körperflüssigkeiten hierfür nicht aus. Auch eine Infektion über Insekten und Tröpfcheninfektion konnte nicht nachgewiesen werden.

  • Geschlechtsverkehr

Das Ansteckungsrisiko durch Geschlechtsverkehr ist sehr variabel. Die Infektion mit HIV nach einmaligem Geschlechtsakt ist durchaus möglich und das Vorliegen einer anderen Geschlechtserkrankung erhöht das Ansteckungsrisiko um das 5- bis 10-fache und eine hohe Virenlast des Infizierten auf das 10- bis 30-fache. Auch Geschlechtsverkehr während der Regelblutung der Frau ist mit einem erhöhten Infektionsrisiko für beide verbunden.

Liegt ein Ansteckungsverdacht vor, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden und im Idealfall sollte mit der Postexpositionsprophylaxe bereits zwei Stunden nach der Risikosituation begonnen werden. Die Medikation entspricht im Wesentlichen der antiretroviralen Tritherapie eines HIV-positiven Patienten.

Der Aidstest

Der Aidstest, eigentlich richtig HIV-Test, ist keine große Sache und regelmäßig durchgeführt, kann er einen beruhigenden Aufschluss darüber liefern, ob man negativ ist. Er sollte nicht nur bei regelmäßig wechselnden Sexualpartnern durchgeführt werden, sondern eventuell auch als kleiner Treuebeweis in einer festen Partnerschaft, besonders wenn sie enger wird und man eventuell über Familienplanung nachdenkt.

Für einen HIV-Test muss man lediglich seinen Hautarzt aufsuchen, der oder vielmehr die Schwester etwas Blut abnimmt und dieses zur näheren Untersuchung ins Labor schickt, Ein paar Tage (durchschnittlich 3-4 Arbeitstage) später erhält man den Befund. Dieser Test darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Patienten erfolgen.

  • HIV-Such- und Bestätigungstest

Der HIV-Test unterteilt sich in Such- und Bestätigungstest (Western-Blot-Bestätigungstest), um eine falsche positive Diagnose zu verhindern. Fiel der HIV-Test positiv aus, muss der Befund anonymisiert an das Robert-Koch-Institut in Berlin gemeldet werden, da Meldepflicht besteht.

Beim HIV-Such-Test ist die gängigste Verfahrensweise der Elisa-Test, welcher mit Enzyme-linked Immunosorbent Assay Antikörper gegen HIV-1 und HIV-2 im Körper nachweist. Da dieser Test nicht das Virus an sich nachweist und der menschliche Körper eine gewisse Zeit zur Bildung von Antikörpern benötigt, hat der Test eine Lücke von 12 Wochen. Diese bezeichnet man auch diagnostische Lücke und ist in etwa die Zeit, die der Körper nach einer möglichen Ansteckung mit der Immunantwort, der Bildung von Antikörpern benötigt.

Da der Suchtest mittels Elisa nur über eine eingeschränkte Spezifität verfügt und somit auch falsch-positive Ergebnisse möglich sind, diese liegen aber deutlich unter einem Prozent, wird nach einem positiven Ergebnis der Western-Blot-Bestätigungstest durchgeführt. Dieser ist ebenfalls ein Antikörpertest und nur wenn dieser ebenfalls positiv ist, wird dem Patienten das Textergebnis positiv mitgeteilt.

  • HIV-Schnelltest

Zusätzlich gibt es auch HIV-Schnelltests, die unter Zugabe von Blut innerhalb von wenigen Minuten ein Ergebnis vorzeigen Diese Tests werden vorwiegend in Krankenhäusern nach ungewolltem Blutkontakt durchgeführt, wenn der HIV-Status des Patienten nicht bekannt ist. Die schnelle Feststellung einer HIV-Infektion innerhalb der ersten Stunden nach dem Blutkontakt können den Erfolg einer HIV-Postexpositionsprophylaxe positiv beeinflussen.

Foto: ©aamon – Fotolia.com



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